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Aktuelles

Drehleiter auf dem Weg nach Lemberg

Fast 25 Jahre stand sie im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn. Sie galt als zuverlässigstes Fahrzeug der Wehr. Heute, am 27. April um 06:19 Uhr, traten vier Feuerwehr Kameraden den Weg an die polnisch-ukrainische Grenze an. Ihr Ziel: Die Übergabe des ausrangierten Drehleiterfahrzeugs.

Mittwochmorgen, 05:55 Uhr. Knapp 20 Menschen haben sich an diesem jungen Tag bei frischen 4°C vor der Feuerwehrwache Nord in der Peterstraße versammelt. Es galt, Abschied zu nehmen. Das ausrangierte Hubrettungsfahrzeug (Drehleiter) der Elmshorner Wehr wird an die Feuerwehr in Lemberg (Ukraine) übergeben. Die Idee, das außer Dienst gestellte Fahrzeug den Kollegen in der Ukraine zu spenden, stammte von Jürgen Reinstrom. Reinstrom, der seit über 50 Jahren aktives Mitglied der Wehr ist, erzählte dem Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje von seiner Idee. Dieser war sofort begeistert. "Ich glaube, nach 30 Minuten Gesprächszeit war alles unter Dach und Fach", lachte Reinstrom. Hatje merkte an, dass er die Idee sofort gut fand. "Natürlich dachte ich daran, was alles bedacht werden muss. Formulare, Versicherungen etc, aber Jürgen Reinstrom sagte, ich müsse nur ja sagen, alles andere erledigt die Feuerwehr", erzählte Hatje freudestrahlend. 

Trotz aller Freude ließ sich ein wenig Herzschmerz nicht vermeiden. Immerhin wurde ein Fahrzeug verabschiedet, welches die Kameraden nie im Stich ließ. Olaf Berrens fuhr "die Königin", wie das Drehleiterfahrzeug genannt wurde, lange Zeit. Bis September 2021 war Berrens Gruppenführer des Fahrzeugs. Ganze 12 Jahre lang. "Sie ließ uns wirklich nie im Stich. Bei dem Fahrzeug wusste man, dass es funktioniert", so Berrens über das Fahrzeug mit der 32m langen Rettungsleiter "auf dem Rücken". Das Fahrzeug ist zudem voll mit Schutzbekleidung der Feuerwehr, Stiefel, Helme, Sicherheitsgurte, Rettungstragen, aber auch Malkreide, Fußbälle oder Seifenblasen für ukrainische Kinder. Insgesamt fahren vier Kameraden mit. Jürgen Reinstrom, Olaf Berrens, Lars Czajka und Marco Halfpap. Die Männer fahren, mit dem Drehleiterfahrzeug und einem weiteren Wagen, über Hamburg-Berlin bis nach Breslau. Dort wird dann das Nachtlager bei den polnischen Kollegen ausgeschlagen. "Wir sind von den polnischen Kameraden eingeladen worden und können dort im Gästehaus schlafen", erklärt Reinstrom. Bis dorthin sind es knapp 700 Kilometer. Dann geht es weiter bis zur polnisch-ukrainischen Grenze nach Przemyśl und von dort mit dem zweiten Wagen wieder zurück. Wenn alles klappt werden die Überbringer des Fahrzeugs am Samstag in den Abendstunden wieder in Elmshorn sein. Wir drücken die Daumen!

Die Aktion "Elmshorn hilft der Ukraine" wird von der Initiative Taxi for Solidarity aus Klein Offenseth-Sparrieshoop begleitet. Ferner hielten wir die Abfahrt mit der Kamera fest.

Anmerkung: Ich möchte die Bildqualität zwischen Minute 2:39 bis 3:47 entschuldigen 

 

 

 

 

 

von Thorsten Pahlke ,