Meine Moin Suche Suche
Meine Moin Suche Suche
Kultur

Schleswig-Holstein Musik Festival: Einblicke hinter die Kulissen

Björn Karl, technischer Leiter des Stadttheaters Elmshorn, erklärt, warum die Reithalle des Holsteiner Verbandes als Spielstätte so einige Herausforderungen bereithält.

Schleswig-Holstein Musik Festival

Björn Karl, technischer Leiter des Stadttheaters Elmshorn, ist von der Reithalle als Spielort begeistert: „Sie bietet einen sehr warmen und definierten Klang und ein spannendes Ambiente.“ Foto: Torben Hinz, Stadt Elmshorn

Seit 1998 sorgt Björn Karl, technischer Leiter des Stadttheaters Elmshorn, dafür, dass die Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Elmshorn reibungslos über die Bühne gehen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir nicht pünktlich begonnen und die Menschen hinterher nicht glücklich den Saal verlassen hätten“, sagt er. Und das, obwohl die Reithalle des Holsteiner Verbandes als Spielstätte so einige Herausforderungen bereithält.

Die größte Herausforderung ist wohl der Faktor Zeit: „Grundsätzlich unterliegt die Transformation der Reithalle einem sehr eng gestrickten Plan“, sagt Björn Karl, der die verschiedenen Gewerke aufeinander abstimmt. Den Anfang bildet jeweils das Planieren der Fläche, gefolgt vom Fußboden verlegen, Bühnenaufbau, Stühle stellen sowie der Installation der Licht- und Tontechnik und der Lieferung großer Instrumente.

Damit die Verwandlung in eine Konzerthalle überhaupt möglich ist, muss ein Nutzungsänderungsantrag bei der Baubehörde eingereicht und bewilligt werden. Die Baubehörde nimmt den Umbau auch vor Ort ab und achtet dabei auf die Einhaltung der Sicherheitsauflagen, zum Beispiel zur Breite und Kennzeichnung der Rettungswege. Als weitere Schutzmaßnahme steht zudem bei jedem Konzert ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn vor der Halle.

Bis zum Nachmittag des Konzerttages muss alles soweit vorbereitet sein, dass die Künstler*innen sich einspielen können. Nicht immer klappt alles auf Anhieb, weiß Karl aus eigener Erfahrung. „Ein Pianist zum Beispiel war mal nach fünf Minuten völlig entnervt“, erinnert er sich. „In dem Sommer gab es sehr viele Fliegen in der Reithalle und die haben sich immer auf seine Tasten gesetzt. Das ganze Konzert stand auf der

Kippe.“ Aber auch dafür fanden Karl und sein Team eine Lösung: Zwei dezent platzierte Tischventilatoren sorgten für einen Luftzug und fliegenfreie Tasten. „Es hat bisher noch immer geklappt“, so Karl.

Dreimal wird die rund 600 Quadratmeter große Halle in diesem Jahr zum Konzertsaal umgebaut und anschließend so schnell wie möglich wieder für die Pferde hergerichtet. Die Bühnengröße richtet sich dabei nach der Zahl der Musiker*innen, die auftreten. Davon wiederum hängt auch der Platz für das Publikum ab. Die einfache Gleichung lautet: Viele Musiker*innen auf der Bühne bedeuten weniger Platz für das Publikum – und andersherum. Beim Auftritt des Festivalorchesters am Samstag, 16. Juli, gab es also weniger Publikum, als es beim Konzert des Mandolinen-Virtuosen Avi Avital und dem Between Worlds Ensemble am Samstag, 30. Juli, um 19.30 Uhr in der Reithalle geben wird.

Tickets und mehr Informationen: www.shmf.de

 

von Thorsten Pahlke ,