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Die Schönheit unserer Region - neu entdecken

Dieser Artikel soll den Leser inspirieren, unsere Umgebung neu zu entdecken, andere Wege zu finden und bereits bestehende Fahrradrouten neu zu entdecken. 

Viel wird sich über Schandflecke in der Gemeinde und im Umland beklagt, oft auch mit dem Ruf nach Veränderungen und Verbesserungen. Diese sind natürlich oft kostspielig oder deren Umsetzung aus finanziellen oder gar zuständigkeitsbedingten Regelungen der öffentlichen Verwaltung überhaupt nicht zu realisieren. 

Wir beklagen uns über Bauruinen wie den alten Rewe-Markt, die Bauruine des alten Baumschulgebäudes am Bahnübergang Am Bahnhof und oft auch insgesamt den Zustand der Gebäude und Straßen im Horster Ortskern. Gelegentlich wird dann auch der Ruf laut, durch Anpflanzungen von „schön blühenden“ Bäumen oder angelehnt an Streuobstwiesen im Umland, durch gezielte Aktionen der Verwaltung, zumindest das Horster Umland zu verschönern. 

Dabei haben wir zum Teil den Blick für die Schönheit unserer Natur verloren oder sind uns garnicht mehr so richtig bewusst, wie schön wir es hier und in unserem direkten Umland haben. 

Dieser Artikel soll den Leser inspirieren unsere Umgebung neu zu entdecken, andere Wege zu finden und bereits bestehende Fahrradrouten neu zu entdecken. 

Gesehen hat sie jeder mit Sicherheit schon einmal oder mehrfach, sie begegnen uns in und um Horst, ja eigentlich in ganz Schleswig-Holstein, regelmäßig und überall: die Fahrradwegweiser, diese kleinen Schilder mit grüner Schrift und/oder Symbolik auf weißem Grund. Diese dienen nicht nur als Wegweiser für Fahrradfahrer von Horst nach Krempe beispielsweise, sondern verbergen oft Fahrradrouten mit einer wunderschönen Streckenführung. 

Diese Routen haben in der Regel immer einen Startpunkt (hier in Horst handelt es sich um den Bahnhaltepunkt am Horstheider Weg), lassen sich aber natürlich an jedem beliebigen Punkt ihres Verlaufs starten und beenden. Generell sind diese Strecken, die in der Regel nur ganz wenig auf oder an vielbefahrenen Hauptstraßen verlaufen, von dem Startpunkt an ausgeschildert mit einem Symbol (z.B. ein Leuchtturm) und werden dann mit einem Richtungspfeil in grün auf weißem Grund weitergeführt. An Wegepunkten, an denen sich Touren überschneiden, finden sich Wegweiser mit dem jeweiligen Symbol. 

Für den Horster Bereich (Startpunkt Haltepunkt der DB) gibt es drei Touren, den Storchentörn (22km etwa), den Sommertörn (ca. 24km) und den Kibitztörn (34km). Diese drei Routen lassen sich mit dem Fahrrad (ob mit oder ohne elektronischer Unterstützung) oder aber zu Fuß im Rahmen des Lauftrainings (was ich bevorzuge) super absolvieren. Rennradfahrern kann ich diese Touren nicht empfehlen, allerdings nicht wegen der kurzen Strecke sondern dem nicht rennradtauglichen Untergrund, der auf sämtlichen Strecken abschnittsweise zu finden ist.

Exemplarisch möchte ich den Storchentörn beginnend vom Startpunkt aus kurz vorstellen, damit sich jeder ein Bild der Streckenführung, der beschriebenen Touren machen kann und bestenfalls inspiriert wird, diese Strecke noch während der Storchenzeit zu absolvieren. Unabhängig davon ist unsere Natur natürlich bei jeder Jahreszeit und Witterung ein Erlebnis wert, was zuletzt ja auch Thorsten Pahlke mit seinen Mikroabenteuern eindrucksvoll bewiesen hat.

Beginnend am Horster Bahnanschluss geht es über den Heidkamp parallel der Bahn zum Mühlenweg. Schon hier ist man der Natur recht Nahe und kann teilweise den Weitblick ins Grüne genießen. Über den Mühlenweg geht’s dann per Ziegeleiweg in Richtung Harzhoe und Hackelshörn. Bis auf die näher rückende Autobahn gibt es hier keinerlei Argumente, die gegen Entspannung und Entschleunigung sprechen. Weiter geht es über den Milchweg, Tamfort, Na de Hörn durch Felder und Wiesen in Richtung Halenbrook. Wer bis jetzt noch keinen Storch, der diesem Törn zu Recht seinen Namen geben durfte, gesehen hat, der wird spätestens hier fündig. In der Storchensaison sind wohl Dutzende Störche hier zu beobachten, die eindrucksvollen Storchennester (auch Horst genannt) sind ein Zeignis dafür.

Durch Wiesen geht es in Richtung Hohenfelde, wo lediglich die BAB 23 und das Holcim-Werk daran erinnern, dass es eben nicht nur so entspannte Momente, wie diesen, gibt.

Durch Hohenfelde  führt der Weg dann weiter parallel zur BAB 23 in Richtung Horst, was über den Heisterender Weg erreicht wird. Ein letzter Blick in Richtung der scheinbaren Unendlichkeit und Weite dann ist Horst erreicht. Näheres zu dieser Strecke und natürlich auch allen anderen beschilderten Radwanderwegen ist den gängigen Fahrradkarten oder www.holstein-tourismus.de zu entnehmen. 

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es natürlich auch immer mal Kobolde gibt, die die Routenschilder beschädigen, anmalen, abreißen oder die Richtung verändern. Manche Schilder hängen auch sehr verdeckt und versteckt, es lohnt sich also -wie so oft im Leben- die Augen offen zu halten. 

Kleine abschließende Anekdote von mir, wie ich auf diese Touren aufmerksam wurde. Nachdem ich über die drei Horster Touren auf diese Radwanderwege aufmerksam wurde, habe ich, sofern ich derartige Schilder unterwegs sah, mir die jeweiligen Strecken „ergoogelt“. Allerdings ist im Internet garnicht mal soviel zu einigen Zeichen und Symbolen zu finden, auch weil einfach die Schlagworte für eine entsprechend gute Suche bei einigen Symbolen nicht zielführend sind. Aus diesem Grund hab ich mir schließlich Fahrradkarten im Handel besorgt, die eben genau diese Radwege beinhalten. Von den Touren in der Nähe habe ich bei weitem nicht alle befahren, ich war aber immer wieder überrascht, was für schöne Wege und vor allem Flecken Erde es in unserer Nähe gibt.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel zumindest bei einigen begeisterten Radfahrern das Interesse für die bereits bestehenden Routen wecken konnte und vielleicht den Entdeckergeist des einen oder anderen Mitmenschen wecken konnte. Für meinen Teil kann ich sagen, dass es keine Tour gab, die ich je gänzlich bereut hätte, gefahren zu sein.

25 von Thomas  Feeken ,
Immer weiter!